Meine Sommerpläne zwingen mich, in zwei Monaten mindestens 7000 km zurückzulegen (laut Google Maps): Nijmegen-Bratislava, Bratislava-Nijmegen, Nijmegen-Asturien, Asturien-Berlin, Berlin-Nijmegen.
Davon werde ich Berlin-Nijmegen mit dem Zug fahren (obwohl Fliegen ungefähr genauso viel kosten würde), Nijmegen-Asturien hoffentlich mit dem Auto und den Rest fliegen. Wirklich, ich hab’s versucht. Habe mich Stunden mit Webseiten von Bus- und Zugunternehmen rumgeschlagen, die alle vor Flashspielzeug strotzten und nicht funktionierten (laut alsa.es gibt es Barcelona nicht…), jedenfalls nicht mit meinen Internetkapazitäten. Fliegen dagegen ist schnell und unkompliziert gebucht, kostet viel weniger und dauert kürzer. Wenn die Auswahl nicht einmal „schnell ODER billig“ ist, sondern „schnell und billig oder teuer und langsam“, wen wundert’s dass selbst Ökohippies wie ich sich das Fliegen nicht mehr verkneifen? Irgendwo stimmt da was nicht…
Update: Meine Flüge dieses Sommers verursachen laut atmosfair.de 1110kg CO2-Emissionen. Das sind 11 Jahre Kühlschrankbetrieb oder mehr als ein halbes Jahr Autofahren. Oder auch mehr als ein Drittel des „klimaverträglichen Jahresbudgets“ an CO2 pro Nase und Jahr. Uff.
Gestern war Frauentag, einmal im Jahr, das muss man ja genießen, leider auf nem Sonntag, deswegen haben wir mit Amnesty alles aktionsmäßige schon letzten Donnerstag veranstaltet, nämlich:
- Rosen auf dem Campus austeilen
- Unterschriften für Frauenrechte in Kolumbien sammeln und Grußkarten an Frauenrechtlerinnen im Kongo schicken
- abends Benefizkonzert/-party
Ergebnisse:
- 629 Unterschriften
- 11 Interessenten für die Gruppe- viiieele positive Reaktionen
- 113€ „nebenbei“ bei der Party (ich sollte auch eine Wohltätigkeitsorganisation werden…)
- eine tolle Party
Ich bin immer noch neidisch auf die schicken roten Vrijheid-T-Shirts, die wir von Groep 217 geliehen hatten, aber anscheinend werden die nicht mehr vertrieben.
ein paar Bilder…

moooooiii

Sanne&Band
huuuh!
Von der überzeugungskräftigen Schatzmeisterin der Amnesty-Studentengruppe habe ich mich überzeugen lassen, bei der „collecte“ mitzumachen. Eine Woche lang mit einer Sammelbüchse vor Supermärkten stehen oder von Haus zu Haus gehen. Natürlich alles freiwillig und auch nicht wirklich eine Woche lang: „So viel Zeit wie du erübrigen kannst eben“. An Haustüren sammeln ist in den Niederlanden im Gegensatz zu Deutschland nicht illegal, aber es muss genehmigt werden und ist auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Für Amnesty eben jene Woche.
Ich hatte angegeben, auf keinen Fall alleine gehen zu wollen, aber in meinem Bezirk gab’s sonst niemanden. Habe einmal mit ein paar anderen vorm Supermarkt gestanden und bin einmal mit einer anderen in ihrem Bezirk unterwegs gewesen. War ganz witzig. Dann noch 2 Stunden in „meinem“ Viertel unterwegs gewesen. Es gilt neuerdings als „Problembezirk“. Problembezirk mit Reihenhäusern. Alles relativ.
Es wurde sehr schnell ziemlich kalt, aber nach den ersten paar Türen war es gar nicht mehr schlimm, bei fremden Leuten zu klingeln und mein Sprüchlein aufzusagen. Die meisten waren freundlich, haben was gegeben und mir Erfolg gewünscht. Ein paar Mal kam „Amnesty? Da machen wir nicht mit.“, aber nie böse. Eine Frau: „Amnesty? Weiß nicht mal was das ist!“ :O
Am schönsten war es eigentlich, wenn Kinder aufgemacht haben:
„Ich hab nicht viel Geld, aber hier!“
In einem Haus kamen plötzlich aus allen Ecken Kinder, 5 oder 6, die noch ein paar Cent gefunden hatten.
Ein kleiner Junge guckte durch den Briefschlitz und rief zu seinen Eltern: „Es sind die Geldbringer!“ *lach*
Und ein anderer kleiner Junge kam raus, während seine Mutter das Portemonnaie suchte und sagte: „Ooh, schöne Sterne! Oder? Guck mal, da blinkt einer!“ Das war auch schön.
Insgesamt habe ich keine Rekordsummen eingesammelt, weil ich nicht viel Zeit und ein nicht so reiches Viertel hatte, aber auf Stunden umgerechnet ganz ordentlich. Und zu meiner Überraschung würde ich es sogar nochmal machen.
Als Dankeschön einen Kinogutschein bekommen, wird morgen eingelöst.
Haben am Mittwoch mit der Amnesty-Studentengruppe zum 60. Tag der Menschenrechte einen Fackelumzug durch die Innenstadt organisiert. Naja, ehrlich gesagt hat die Actiecommissie der Gruppe es organisiert. Haben sogar einen Mini-Artikel im Gelderlander bekommen. Wer mich kennt, kann mich sogar auf dem Foto entdecken. *g*
Es war leider nicht Donnerstag, also waren die Geschäfte schon zu und nicht mehr viele Leute draußen (Kleinstadt…), aber ein paar haben uns doch gesehen und gehört, mit Fackeln, Musik und Schildern, auf denen die Rechte standen. Reaktionen meistens positiv. Bürgermeister auch da.
Alles in allem geslaagde actie, zumindest für’s Weltretterselbstwertgefühl.