when you wake up it’s a new morning


Umweltschwein
20. Juni 2009, 7:04
Gespeichert unter: Erlebt, Weltrettung

Meine Sommerpläne zwingen mich, in zwei Monaten mindestens 7000 km zurückzulegen (laut Google Maps): Nijmegen-Bratislava, Bratislava-Nijmegen, Nijmegen-Asturien, Asturien-Berlin, Berlin-Nijmegen.
Davon werde ich Berlin-Nijmegen mit dem Zug fahren (obwohl Fliegen ungefähr genauso viel kosten würde), Nijmegen-Asturien hoffentlich mit dem Auto und den Rest fliegen. Wirklich, ich hab’s versucht. Habe mich Stunden mit Webseiten von Bus- und Zugunternehmen rumgeschlagen, die alle vor Flashspielzeug strotzten und nicht funktionierten (laut alsa.es gibt es Barcelona nicht…), jedenfalls nicht mit meinen Internetkapazitäten. Fliegen dagegen ist schnell und unkompliziert gebucht, kostet viel weniger und dauert kürzer. Wenn die Auswahl nicht einmal „schnell ODER billig“ ist, sondern „schnell und billig oder teuer und langsam“, wen wundert’s dass selbst Ökohippies wie ich sich das Fliegen nicht mehr verkneifen? Irgendwo stimmt da was nicht…

Update: Meine Flüge dieses Sommers verursachen laut atmosfair.de 1110kg CO2-Emissionen. Das sind 11 Jahre Kühlschrankbetrieb oder mehr als ein halbes Jahr Autofahren. Oder auch mehr als ein Drittel des „klimaverträglichen Jahresbudgets“ an CO2 pro Nase und Jahr. Uff.



Culture of War
12. März 2009, 2:30
Gespeichert unter: Erlebt

Yesterday I had to make a difficult decision once again:  Taizé-prayer or an interesting debate? As usual, I chose the one-time thing – which is the reason why I haven’t been to the Taizé prayer since June, even if it is held twice a month.

Not going to the debate would have been better for my inner balance.

It consisted of a lecture of famous professor Martin van Creveld, a „leading expert on war and military strategy“ who talked about his book „Culture of War“, a reaction to it by prof.dr. Mient Jan Faber, an important peace activist and professor for Human Security in War Situations and Dr. Leon Wecke.

Prof. Creveld’s main point was that war was inherent to human nature and that war existed „because men love war and women love warriors“. He went on to say that a loss of culture could result in terrible things: a soulless world alike to Brave New World, „men without chests“ and, worst, feminism.
Because women should know their place, as is already written in the bible. And any organisation in which too many women work will go downhill, especially the military.

How „men without chests“ could be a bigger problem than innocent human beings being killed he did not say. Generally, his arguments were not very well-connected, he was jumping to conclusions (war results from human emotions, ergo to eliminate war we must eliminate emotions and we don’t want to do that) and everything was presented in poor English, shouted for emphasis.

The speakers on the side of pacifism convinced me anew that I prefer that line of thinking. They presented well thought-out arguments in a quiet manner, to which Mr. van Creveld responded: „Peace! Is! Boring!“

Later, the audience could ask questions. One guy asked whether Mr. Creveld didn’t think that his conclusions about human nature were influenced by his own fascination with war. Creveld: „This is not about me. This is about the truth. Why else would there be 200 people sitting here?“ – Because we didn’t know how much nonsense you were going to talk! Also, the man was radiating „meeeeeeee“ with every word he said.

He repeatedly stated that his intention was „to find the truth, as an academic“ and that he didn’t care what anybody thought of it. I asked if „as an acedemic“, he considered it „suitable to cite the bible and science-fiction books“ to undermine his arguments. His answer: „It depends on how you use these sources. If I used the bible to argue that the earth was made 5000 years ago, it would not be valid. But I don’t see any problem with the way I do it.“ Dear Mr. Creveld, how is citing that Eve was made of Adam’s rib and women are therefore inferiour any different than citing that the earth was made in 7 days?

It’s been a long time since I have heard anybody talk so much crap and I’ve never heard anybody presenting that kind of crap as academic „truth“ in such an arrogant matter.

Yes, maybe war is part of human nature. Maybe there will always be wars (and the way to prevent them is surely not to arm everybody with nuclear weapons, as Mr. Creveld suggests). I was hoping on new insights and a deeper discussion and this clown was a disappointment.

(I wanted to watch the film „Buddha collapsed out of shame“ afterwards to distract myself from my anger. The debate was held in LUX, a cinema/cultural center. Unfortunately, the movie wasn’t shown anymore. What an evening.)



Amnesty!
9. März 2009, 9:57
Gespeichert unter: Erlebt, Weltrettung

Gestern war Frauentag, einmal im Jahr, das muss man ja genießen, leider auf nem Sonntag, deswegen haben wir mit Amnesty alles aktionsmäßige schon letzten Donnerstag veranstaltet, nämlich:

- Rosen auf dem Campus austeilen
- Unterschriften für Frauenrechte in Kolumbien sammeln und Grußkarten an Frauenrechtlerinnen im Kongo schicken
- abends Benefizkonzert/-party

Ergebnisse:

- 629 Unterschriften
- 11 Interessenten für die Gruppe- viiieele positive Reaktionen
- 113€ „nebenbei“ bei der Party (ich sollte auch eine Wohltätigkeitsorganisation werden…)
- eine tolle Party :)

Ich bin immer noch neidisch auf die schicken roten Vrijheid-T-Shirts, die wir von Groep 217 geliehen hatten, aber anscheinend werden die nicht mehr vertrieben.

ein paar Bilder…

benefietconcertinternationalevro-26

moooooiii

sanneband1

Sanne&Band

wijdonkerhuuuh!



amnesty collecte
18. Februar 2009, 11:25
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Von der überzeugungskräftigen Schatzmeisterin der Amnesty-Studentengruppe habe ich mich überzeugen lassen, bei der „collecte“ mitzumachen. Eine Woche lang mit einer Sammelbüchse vor Supermärkten stehen oder von Haus zu Haus gehen. Natürlich alles freiwillig und auch nicht wirklich eine Woche lang: „So viel Zeit wie du erübrigen kannst eben“. An Haustüren sammeln ist in den Niederlanden im Gegensatz zu Deutschland nicht illegal, aber es muss genehmigt werden und ist auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Für Amnesty eben jene Woche.

Ich hatte angegeben, auf keinen Fall alleine gehen zu wollen, aber in meinem Bezirk gab’s sonst niemanden. Habe einmal mit ein paar anderen vorm Supermarkt gestanden und bin einmal mit einer anderen in ihrem Bezirk unterwegs gewesen. War ganz witzig. Dann noch 2 Stunden in „meinem“ Viertel unterwegs gewesen. Es gilt neuerdings als „Problembezirk“. Problembezirk mit Reihenhäusern. Alles relativ.

Es wurde sehr schnell ziemlich kalt, aber nach den ersten paar Türen war es gar nicht mehr schlimm, bei fremden Leuten zu klingeln und mein Sprüchlein aufzusagen. Die meisten waren freundlich, haben was gegeben und mir Erfolg gewünscht. Ein paar Mal kam „Amnesty? Da machen wir nicht mit.“, aber nie böse. Eine Frau: „Amnesty? Weiß nicht mal was das ist!“ :O
Am schönsten war es eigentlich, wenn Kinder aufgemacht haben:
„Ich hab nicht viel Geld, aber hier!“
In einem Haus kamen plötzlich aus allen Ecken Kinder, 5 oder 6, die noch ein paar Cent gefunden hatten.
Ein kleiner Junge guckte durch den Briefschlitz und rief zu seinen Eltern: „Es sind die Geldbringer!“ *lach*
Und ein anderer kleiner Junge kam raus, während seine Mutter das Portemonnaie suchte und sagte: „Ooh, schöne Sterne! Oder? Guck mal, da blinkt einer!“ Das war auch schön.

Insgesamt habe ich keine Rekordsummen eingesammelt, weil ich nicht viel Zeit und ein nicht so reiches Viertel hatte, aber auf Stunden umgerechnet ganz ordentlich. Und zu meiner Überraschung würde ich es sogar nochmal machen.

Als Dankeschön einen Kinogutschein bekommen, wird morgen eingelöst. :)



Tag der Menschenrechte
12. Dezember 2008, 8:20
Gespeichert unter: Erlebt, Weltrettung

Haben am Mittwoch mit der Amnesty-Studentengruppe zum 60. Tag der Menschenrechte einen Fackelumzug durch die Innenstadt organisiert. Naja, ehrlich gesagt hat die Actiecommissie der Gruppe es organisiert. Haben sogar einen Mini-Artikel im Gelderlander bekommen. Wer mich kennt, kann mich sogar auf dem Foto entdecken. *g*

Es war leider nicht Donnerstag, also waren die Geschäfte schon zu und nicht mehr viele Leute draußen (Kleinstadt…), aber ein paar haben uns doch gesehen und gehört, mit Fackeln, Musik und Schildern, auf denen die Rechte standen. Reaktionen meistens positiv. Bürgermeister auch da.

Alles in allem geslaagde actie, zumindest für’s Weltretterselbstwertgefühl.



Lemon Tree
24. September 2008, 10:20
Gespeichert unter: Babel, Erlebt

Lange nichts mehr geschrieben, werde keine „Was inzwischen geschah“-Berichte geben sondern einfach mitten ins Geschehen stürzen und von meinem heutigen Kinobesuch erzählen.

Vorher oder vielleicht doch schon zuerst möchte ich anmerken, dass Nijmegen wohl die einzige 160000-Einwohner-Stadt mit so einem tollen Kino ist: LUX. Filme aus aller Welt, alle OmU, fast alle interessant, null Blockbuster, dafür Theater, Debatten, Lesungen. Und für Studenten 5€ pro Nase. Okay, es gibt so viele interessante Filme, dass sich die 5€ schnell läppern könnten. However.

Heute: Lemon Tree

„Salma Zidane ist Witwe. Sie lebt am Rande der Westbank und pflegt den Zitronenhain ihres verstorbenen Vaters. Gegenüber des Zitronenhains zieht der israelische Verteidigungsminister mit seiner Frau in ein neues Haus. Die Palästinenserin Salma und ihr Zitronenhain werden plötzlich zu einer Gefahr für die Sicherheit des Ministers…“ (wikipedia)

Ich hatte im Kinoprogramm gelesen, der Regisseur hätte „nicht vorgehabt, einen politischen Film zu drehen“, das hat mich schon skeptisch etwas Superpolitisches erwarten lassen. Dem war nicht so.

Eigentlich ist es eher eine Geschichte über Machtlosigkeit, über Gefangensein in den Umständen. Aber auch über Stärke, die Stärke zweier Frauen, eine leise Stärke, die ohne demonstrativen Kampfgeist auskommt und sich auch nicht dazu instrumentalisieren lässt.

Der Film hat mich berührt. Die Handlung ist simpel, aber die Schauspieler bzw. vor allem die Schauspielerinnen geben eine Tiefe, die kompliziertere Stränge überflüssig macht.

Auch interessant war natürlich für mich linguaholic die Sprache. Hebräisch und Arabisch sind wirklich (für mich) nicht auseinander zu halten, bis jemand mal „shukran“ sagt. Das ganze mit niederländischen Untertiteln – lustig war, dass ich wenn ich dachte: „Jetzt sagt er gleich …“ ich den Satz natürlich auf niederländisch formuliert habe, schließlich „sprachen“ die Personen ja für mich niederländisch.

Not a movie that changed my life, but I recommend it nevertheless! In Deutschland ab Oktober.

Edit: Gerade den deutschen Trailer bei Youtube angeguckt. Ich weiß, ich als erklärter Synchronisationsfeind bin parteiisch, aber: OmU angucken!!! Auf Deutsch klingt alles immer gleich so schwer und hart und dramatisch, alle Zwischentöne raus, ich weiß auch nicht ob es an der Sprache liegt oder am Synchronisieren, ich denke letzteres.