“ ‘Rahel,’ zei Ammu, ‘besef je wel wat je zojuist hebt gedaan?’
Bange ogen en een fonteintje keken Ammu aan.
‘Rustig maar. Niet bang zijn,’ zei Ammu. ‘Je hoeft alleen maar antwoord te geven. Nou?’
‘Wat?’ vroeg Rahel met het kleinste stemmetje dat ze had.
‘Besef je wat je zojuist hebt gedaan?’
Bange ogen en een fonteintje keken Ammu aan.
‘Weet je wat er gebeurt als je mensen kwetst?’ vroeg Ammu. ‘Als je mensen kwetst, gaan ze minder van je houden. Dat komt er van onbezonnen woorden,’ zei Ammu. ‘Mensen gaan er een beetje minder door van je houden.’
Een kille nachtvlinder met ongebruikelijk dikke achterlijfharen landde zachtjes op Rahels hart. Waar de ijskoude pootjes haar aanraakten, kreeg ze kippenvel. Zes kippenvelbobbeltjes op har onbezonnen hart.
Ammu hield een beetje minder van haar.
En toen de poort uit, de weg op links. De taxistandplaats. Een gekwetste moeder, een ex-non, een warm en een koud kind. Zes kippenvelbobbeltjes en een nachtvlinder.“
Arundhati Roy, „De God van Kleine Dingen“
Schon das zweite Zitat aus diesem Buch. Ich hatte es schon auf Deutsch gelesen und im Englischunterricht behandelt, aber jetzt gefällt es mir besser. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob ich jetzt einfach „alt genug“ bin oder ob es einfach leichter ist, sich an Sprache, Metaphorik, Stilspielen zu freuen, wenn man nicht mehr in erster Linie damit beschäftigt ist, sich die vielen Namen zu merken und sich durch Vor- und Zurückblenden nicht verwirren zu lassen.
Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem Kindheit so treffend gleichzeitig als unschuldig und faszinierend als auch als dunkel und beängstigend und rätselhaft geschildert wurde.
Ist alles letztendlich Verlust? Geht mit jeder neuer Erfahrung ein Stück „Kindlichkeit“ verloren oder hat „Kindlichkeit“ in Wirklichkeit wenig mit dem unbeschwerten Idealbild zu tun, das das Wort hervorruft und ist jeder Schritt weg vom Kindsein ein Schritt aus unwissender, ängstlicher Abhängigkeit heraus? Oder ist es wie immer Ein Bisschen Von Allem? (Um mal das tolle Stilmittel „regelunkonforme Großschreibung“ aus dem Buch zu übernehmen.)
Wo geht die Reise hin? Ist es eine Reise oder einfach nur sinnloses im Kreis laufen? Oder sinnloses Geradeauslaufen, immer auf den Abgrund zu, mit der einen oder anderen netten Blume unterwegs? Oder bin ich gerade einfach nur melancholisch?
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