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Mein Niederländisch kommt voran. Ich spreche immer noch schlecht und mein aktives Vokabular ist ohne Wörterbuch eher Wort-Hartz-4 als Wort-Schatz zu nennen, aber es geht. Ich merke vor allem beim Lesen, dass es müheloser geht, weniger ein Mit-deutschen-Augen-entziffern als ein „einfach lesen“. Natürlich jetzt keine Fachbücher, aber Zeitung und Gebrauchsanweisungen und so gehen schon. Es gibt bestimmte Wörter und Redewendungen, über die ich mich endlos entzücken könnte. Manche sind lustig (brandslang – Feuerwehrschlauch, kwetsbaar – verletzlich), manche einfach irgendwie schön (lichaam – Körper, waaien – wehen). Viele Redewendungen haben etwas mit Wasser zu tun. Geld wie Wasser haben. Vor die Haie gehen.
Ich spreche zu wenig, deswegen ist mein Denken und Träumen noch nicht niederlandisiert (zum Glück), aber beim Schreiben merke ich, wie meine Rechtschreibzellen manchmal verwirrt zucken, wenn ich Deutsch tippe und ich habe auch schon wil, zingen und sitsen geschrieben. Allerdings spätabends und es ist mir auch gleich aufgefallen, kein Grund zur Sorge also.
Englisch ist auch so eine Sache. Es ist mühsam, beim Schreiben die niederländischen Vokabeln irgendwie loszuwerden und über den Satzbau bin ich mir auch nicht immer sicher. Letztens habe ich irgendwo einen Artikel auf Englisch überflogen und dachte plötzlich: „Häh, irgendwas stimmt hier nicht. Ach so, der ist Englisch.“
Von Französisch rede ich gar nicht.
Aber ich muss zugeben, dass ich den Salat in meinem Kopf schön finde, über „Interferenzen“ lache und mich darauf freue, wieder Ordnung hineinzubringen. Ich bin gespannt, ob mein Gehirn sich irgendwann damit abfindet, dass man auch Niederländisch und Englisch gut sprechen kann, oder ob immer eins hinterherhinkt.
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